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2. Dezember 2017

Blog 2: Zwei Wege – welchen gehe ich? Wie schaffe ich es, mich zu fokussieren, mich immer wieder zu motivieren?

30. Novem­ber, Wald Ober­schö­nen­feld

Es schneit, hat um die 0 Grad – eine ruhi­ge, sta­de Stim­mung; wir sind eine Zeit­lang unter­wegs, lau­fen zunächst einen Forst­weg – und reden über alles, was sich gera­de so tut in unse­rem Leben. Gerad­li­nig, eben, wenig abwechs­lungs­reich. Und trotz­dem oft ner­vig, stres­sig, kraft­rau­bend – aha: ein Forst­weg, eben, flach, gerad­li­nig – und trotz­dem kraft­rau­bend?

Ok – also, run­ter vom Forst­weg, auf einen klei­nen Wald­pfad, der mit­ten durch den Wald führt, über Brom­beer-Ran­ken, einen Bach und dann etwas stei­ler den Berg rauf… deut­lich abwechs­lungs­rei­cher, irgend­wie auch ent-span­nen­der.
Die Gedan­ken an das, was (gera­de) so anstren­gend ist und oft mit Schei­tern ver­bun­den ist (war?), geis­tern immer noch durch den Kopf…werden aber schon lei­ser. Trotz­dem plau­de­re ich noch vor mich hin, erzäh­le, was alles ‚pas­siert‘ ist…
Schließ­lich der recht deut­li­che Aus­spruch: „Ich kann’s nicht mehr hören, was alles schlecht läuft. Gibt’s auch was Posi­ti­ves in dei­nem Leben?“

Wie war das noch… ich muss eine Ent­schei­dung tref­fen, des­halb bin ich heu­te hier:
Ich habe eini­ges vor­be­rei­tet, eine neue Web­sei­te auf­ge­setzt, Face­book & Insta­gram ins Leben geru­fen, Xing akti­viert, alle But­tons auf mei­ner Web­sei­te ein­ge­fügt, und so wei­ter und so fort – jetzt soll­te ich noch vor­be­rei­te­te Kur­se über Event­bri­te star­ten – habe aber kei­ne Ahnung, ob das was wird. Ein neu­er Weg, eher ein undeut­li­cher Tram­pel­pfad…
Habe ich Angst? Nee, eigent­lich nicht… Und schließ­lich kann ich ja auch alles irgend­wie aus­sit­zen, irgend­wie geht das ‚Alte‘ schon wei­ter. Ist zwar anstren­gend, immer das glei­che, ner­vi­ge…

Oder doch das Neue wei­ter ver­fol­gen? Die neue Idee, eine Ver­än­de­rung wagen?
Der Wald­bo­den, auf dem wir uns bewe­gen, ist sehr weich, wir sehen den Weg kaum ein paar Meter weit, weil er ich dann wie­der zwi­schen den Bäu­men und Sträu­chern ver­liert. Aber alles ist sehr ruhig, fast laut­los, zwi­schen­durch hört man einen Specht an einem Stamm klop­fen, alles sehr fried­lich…

Plötz­lich wie­der Gedan­ken vom „Schei­tern“ in mei­nem Kopf, irgend­et­was zieht mei­ne Auf­merk­sam­keit mit aller Macht in Rich­tung „Das kann alles gar nichts wer­den“… Der Weg ist kaum sicht­bar, der Wald wird dun­kel, irgend­wie ‚unheim­lich‘, rechts und links von mir wach­sen Toll­kir­schen. Ich weiß, die sind gif­tig – irgend­wie genau­so gif­tig wie die Gedan­ken, die durch mei­nen Kopf geis­tern.
Ok, Durch­schnau­fen, Gedan­ken aus mei­nem Kopf schmei­ßen, oder bes­ser: Ich kon­zen­trie­re mich auf den Wald und den Weg, es wird in mir ruhi­ger, der Wald lich­tet sich, vor mir spru­delt eine (gefass­te) Quel­le aus dem Berg, alles wirkt frisch und klar auf mich, ein Bach schlän­gelt ich durch den moo­si­gen Unter­grund – wenn das der neue, unbe­kann­te Weg ist, dann ist der deut­lich leich­ter zu gehen, er lässt mich auf­merk­sam sein, auf mei­ne Umge­bung ach­ten, macht den Kopf leer und das Herz weit… Ja, genau!

Ich rich­te mei­ne Auf­merk­sam­keit auf das was ich tue, nicht auf mei­ne (immer wie­der dazwi­schen­quas­seln­den) Gedan­ken, ich weiß, was zu tun ist – und tue es!
Das moti­viert mich schließ­lich, wei­ter zu machen, wei­ter zu gehen.
Klar, wir sind nur im Wald, aber was heißt das für das „ech­te Leben“?
Ich fokus­sie­re mich auf das, was ich tun möch­te, das was mir Spaß macht (das sagt mir mei­ne Erfah­rung) und fan­ge an! „Lean Start­up“ nennt das mei­ne Mit­läu­fe­rin, ich über­set­ze: Mit dem anfan­gen, was ich habe, Erfah­run­gen sam­meln, aus­wer­ten, neu aus­rich­ten, wei­ter machen.
Ich blei­be bei mir, las­se mich nicht durch ein „das kannst du nicht“ oder „das geht nicht“ oder „du hast viel zu wenig Wis­sen, Know­how, Res­sour­cen“ und „du musst dies und jenes noch vor­her machen“ draus brin­gen.
Und neh­me heu­te mit aus dem Wald: Ich habe alles, was ich brau­che dabei…
Und das Bild der spru­deln­den Quel­le und den Bach, der sich sei­nen Weg sucht!!

Schö­nen 1. Advent!!

 

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